Geschlossenes Skigebiet Lammeralm in der Steiermark

Die Klimakrise in der Steiermark

Die Erderhitzung wird in der Steiermark auch in den nächsten Jahren zunehmend spürbar werden: In einem weiter-wie-bisher-Szenario ohne Reduktion der Treibhausgasemissionen – wird es bis 2050 einen weiteren Anstieg der Temperaturen um ca. +1,3 Grad Celsius bis +1,4 Grad Celsius geben, bis zum Jahr 2100 drohen sogar bis zu extreme +4,0 Grad Celsius. Eine Reduktion der Treibhausgasemissionen in einem sehr moderaten Klimaschutz-Szenario kann den Temperaturanstieg bis Ende des Jahrhunderts auf ca. +2,3 Grad Celsius eindämmen. 

Die Folgen der Erderhitzung auf die Steiermark im Überblick

Die Wassertemperatur der Mur steigt durch den Klimawandel stetig an. Der Temperaturanstieg des Flusses hat Auswirkungen auf die Artenzusammensetzung in der Mur, nicht zuletzt auf die Zusammensetzung der Fischpopulationen. Durch die Erwärmung wird die Population der wärmeliebenden Arten größer, die kälte liebenden haben immer weniger Rückzugsorte.

In den Herbstmonaten wird es vermehrten Niederschlag geben. Starkregenereignisse und zunehmende Gewitter werden in der Steiermark zu Überschwemmungen und Hangrutschungen führen. Häufig treten in der Steiermark Murenabgänge auf. Diese werden durch das Auftauen des Permafrostbodens verursacht. Permafrost ist dauerhaft gefrorener Boden. Er ist ab einer Seehöhe von 2.500 Meter zu finden und beginnt bei einer Temperaturzunahme von nur einem Grad Celsius zu schmelzen. Die Bodenstabilität wird dadurch geschädigt und es ergeben sich Murenabgänge bzw. Fels- oder Steinstürze

Die Landwirtschaft in der Steiermark leidet massiv unter den Folgen der Erderhitzung. Es kommt vermehrt zu Dürren und vor allem Obstkulturen werden durch das unbeständige Wetter und seinen Extremen zunehmend zerstört. Immer häufiger ereignen sich Hagelunwetter, die innerhalb kürzester Zeit die kommende Ernte zerstört haben. 

Geschlossenes Skigebiet Lammeralm in der Steiermark
Geschlossenes Skigebiet Lammeralm in der Steiermark

Greenpeace vor Ort: Geschlossenes Skigebiet Lammeralm in der Steiermark

Auch der Rückgang des Schneeniederschlags ist in der Steiermark auf die Klimaveränderung zurückzuführen. So wird im Winter die Naturschneedecke stark zurückgehen. Darunter werden besonders Schigebiete wie Schladming leiden. Die Tage, an denen es eine geschlossene Schneedecke gibt, werden in Zukunft um die Hälfte zurückgehen. Ein Beispiel für die negativen wirtschaftlichen und sozialen Konsequenzen dieser Entwicklung ist das Skigebiet Lammeralm bei Langenwang. Dieses Skigebiet musste aufgrund mangelnden Niederschlags schließen. Das in der Hochsteiermark im Mürztal gelegene Skigebiet wurde nach der Saison 2015/16 dauerhaft geschlossen, da nicht genug Schnee fiel. Durch den zu geringen Schneeniederschlag leidet vor allem der Wintertourismus. Weiter hat es fatale Auswirkungen auf den alpinen Naturraum. Durch den geringen bis ausbleibenden Schneefall gibt es im Frühling auch keine Schneeschmelze. Das Abschmelzen des Schnees ist jedoch von sehr großer Bedeutung, da sie für die Wassersättigung des Bodens zuständig ist. Bleibt das aus, werden die Böden immer trockener. Durch die warmen und trockenen Bedingungen wachsen mehr Pflanzen auch in höheren Lagen und verdrängen ursprüngliche Arten, weiter sterben Wälder an der Trockenheit. Insgesamt ist das ganze Ökosystem und deren natürlichen Abläufe gefährdet.